Frauentag:
Gleich am Beginn stößt man auf einen Grenzstein, das Relikt aus einer vergangenen Zeit, geformt aus fast unzerstörbarem Granit. Mitten in einem Wald, der im Zwielicht idyllisch erscheint, markiert er den Verlauf einer ansonsten unsichtbaren Trennlinie. Da liegt Bayern, dort Tschechien. Johannes Holz...
Gespeichert in:
Weitere Verfasser: | , |
---|---|
Format: | Video Software Buchkapitel |
Sprache: | German |
Zusammenfassung: | Gleich am Beginn stößt man auf einen Grenzstein, das Relikt aus einer vergangenen Zeit, geformt aus fast unzerstörbarem Granit. Mitten in einem Wald, der im Zwielicht idyllisch erscheint, markiert er den Verlauf einer ansonsten unsichtbaren Trennlinie. Da liegt Bayern, dort Tschechien. Johannes Holzhausens Film Frauentag ist eine dokumentarische Miniatur, die von diesem Ort ausgeht, um die Verwerfungen der Geschichte an Familien- und Lebenszusammenhängen zu verdeutlichen. Ein geifernder alter Mann. Eine von ihrem Geliebten jäh getrennte Frau. Ein Sohn, der zehn Jahre im Untergrund verschwindet. Das sind die Protagonisten einer Anordnung, in der es um Grenzen geht, die noch dann wirksam sind, wenn sie schon gar nicht mehr gelten so unverrückbar, als wären sie eben aus Granit. Vor allem der alte Wenzel hat seine Ressentiments gegenüber den Tschechen nie abgelegt. Er kommt aus dem gleichen Dorf wie Emma, das nach dem Krieg in deutsches Gebiet verlegt werden musste. Sein Nationalstolz ist das Symptom einer verletzten Männlichkeit. Emma, die Frau, in die er einst verliebt war, entschied sich für einen von drüben, für einen Tschechen. Holzhausen legt Perspektiven auf eine Konstellation frei, in der die Historie die Züge eines Dramas bekommt. Jeder Abschnitt korrigiert das Gesamtbild. Emmas Erinnerungen kennen zum Beispiel keine verbotene Liebe. Sie hat sich über die politische Lage reinen Herzens hinweggesetzt. Für Wenzel dagegen ist die Geschichte eine immer währende Gegenwart. Jeden 15. August, zum Frauentag, belästigt er Emma mit seinen Anrufen. Sohn Herbert, Wehrdienstverweigerer, muss mit Dokumenten einer untergegangenen Ära schließlich beweisen, dass er Deutscher ist. Ironisch wird die Geschichte erst, wenn sie sich wiederholt. [Austrian independent film and video database] |
Beschreibung: | 35 Min. - Farb. - Stereo. - Bildformat 16:9 Paralleltitel: Woman's day Orig.: Österreich 2008 |
Internformat
MARC
LEADER | 00000nga a2200000 c 4500 | ||
---|---|---|---|
001 | BV037396559 | ||
003 | DE-604 | ||
005 | 20110603 | ||
006 | m|||| q||u| |||||| | ||
007 | vz|uuuuuu | ||
007 | co|uuu---uuuuu | ||
007 | co|uuu---uuuuu | ||
008 | 110512nuuuuuuuu ||| 0s vuger d | ||
035 | |a (OCoLC)918304569 | ||
035 | |a (DE-599)BVBBV037396559 | ||
040 | |a DE-604 |b ger |e rakwb | ||
041 | 0 | |a ger | |
049 | |a DE-B170 |a DE-M472 | ||
245 | 1 | 0 | |a Frauentag |c Johannes Holzhausen |
336 | |b tdi |2 rdacontent | ||
337 | |b v |2 rdamedia | ||
338 | |b vd |2 rdacarrier | ||
500 | |a 35 Min. - Farb. - Stereo. - Bildformat 16:9 | ||
500 | |a Paralleltitel: Woman's day | ||
500 | |a Orig.: Österreich 2008 | ||
520 | 3 | |a Gleich am Beginn stößt man auf einen Grenzstein, das Relikt aus einer vergangenen Zeit, geformt aus fast unzerstörbarem Granit. Mitten in einem Wald, der im Zwielicht idyllisch erscheint, markiert er den Verlauf einer ansonsten unsichtbaren Trennlinie. Da liegt Bayern, dort Tschechien. Johannes Holzhausens Film Frauentag ist eine dokumentarische Miniatur, die von diesem Ort ausgeht, um die Verwerfungen der Geschichte an Familien- und Lebenszusammenhängen zu verdeutlichen. Ein geifernder alter Mann. Eine von ihrem Geliebten jäh getrennte Frau. Ein Sohn, der zehn Jahre im Untergrund verschwindet. Das sind die Protagonisten einer Anordnung, in der es um Grenzen geht, die noch dann wirksam sind, wenn sie schon gar nicht mehr gelten so unverrückbar, als wären sie eben aus Granit. Vor allem der alte Wenzel hat seine Ressentiments gegenüber den Tschechen nie abgelegt. Er kommt aus dem gleichen Dorf wie Emma, das nach dem Krieg in deutsches Gebiet verlegt werden musste. Sein Nationalstolz ist das Symptom einer verletzten Männlichkeit. Emma, die Frau, in die er einst verliebt war, entschied sich für einen von drüben, für einen Tschechen. Holzhausen legt Perspektiven auf eine Konstellation frei, in der die Historie die Züge eines Dramas bekommt. Jeder Abschnitt korrigiert das Gesamtbild. Emmas Erinnerungen kennen zum Beispiel keine verbotene Liebe. Sie hat sich über die politische Lage reinen Herzens hinweggesetzt. Für Wenzel dagegen ist die Geschichte eine immer währende Gegenwart. Jeden 15. August, zum Frauentag, belästigt er Emma mit seinen Anrufen. Sohn Herbert, Wehrdienstverweigerer, muss mit Dokumenten einer untergegangenen Ära schließlich beweisen, dass er Deutscher ist. Ironisch wird die Geschichte erst, wenn sie sich wiederholt. [Austrian independent film and video database] | |
546 | |a Dt. | ||
700 | 1 | |a Holzhausen, Johannes |d 1960- |e Sonstige |0 (DE-588)1011765101 |4 oth | |
700 | 1 | |a Burger, Joerg Th. |d 1961- |0 (DE-588)115678972 |4 cng | |
700 | 1 | |a Wimmer, Helmut |d 1956- |0 (DE-588)137718527 |4 cng | |
773 | 0 | 8 | |t VISIONary |d Wien, 2009 |k Index / DVD Edition ; 034 |w (DE-604)BV036456870 |
999 | |a oai:aleph.bib-bvb.de:BVB01-022549346 |
Datensatz im Suchindex
_version_ | 1804145687826268160 |
---|---|
any_adam_object | |
article_link | (DE-604)BV036456870 |
author2 | Burger, Joerg Th. 1961- Wimmer, Helmut 1956- |
author2_role | cng cng |
author2_variant | j t b jt jtb h w hw |
author_GND | (DE-588)1011765101 (DE-588)115678972 (DE-588)137718527 |
author_facet | Burger, Joerg Th. 1961- Wimmer, Helmut 1956- |
building | Verbundindex |
bvnumber | BV037396559 |
ctrlnum | (OCoLC)918304569 (DE-599)BVBBV037396559 |
format | Video Software Book Chapter |
fullrecord | <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><collection xmlns="http://www.loc.gov/MARC21/slim"><record><leader>02904nga a2200349 c 4500</leader><controlfield tag="001">BV037396559</controlfield><controlfield tag="003">DE-604</controlfield><controlfield tag="005">20110603 </controlfield><controlfield tag="006">m|||| q||u| ||||||</controlfield><controlfield tag="007">vz|uuuuuu</controlfield><controlfield tag="007">co|uuu---uuuuu</controlfield><controlfield tag="007">co|uuu---uuuuu</controlfield><controlfield tag="008">110512nuuuuuuuu ||| 0s vuger d</controlfield><datafield tag="035" ind1=" " ind2=" "><subfield code="a">(OCoLC)918304569</subfield></datafield><datafield tag="035" ind1=" " ind2=" "><subfield code="a">(DE-599)BVBBV037396559</subfield></datafield><datafield tag="040" ind1=" " ind2=" "><subfield code="a">DE-604</subfield><subfield code="b">ger</subfield><subfield code="e">rakwb</subfield></datafield><datafield tag="041" ind1="0" ind2=" "><subfield code="a">ger</subfield></datafield><datafield tag="049" ind1=" " ind2=" "><subfield code="a">DE-B170</subfield><subfield code="a">DE-M472</subfield></datafield><datafield tag="245" ind1="1" ind2="0"><subfield code="a">Frauentag</subfield><subfield code="c">Johannes Holzhausen</subfield></datafield><datafield tag="336" ind1=" " ind2=" "><subfield code="b">tdi</subfield><subfield code="2">rdacontent</subfield></datafield><datafield tag="337" ind1=" " ind2=" "><subfield code="b">v</subfield><subfield code="2">rdamedia</subfield></datafield><datafield tag="338" ind1=" " ind2=" "><subfield code="b">vd</subfield><subfield code="2">rdacarrier</subfield></datafield><datafield tag="500" ind1=" " ind2=" "><subfield code="a">35 Min. - Farb. - Stereo. - Bildformat 16:9</subfield></datafield><datafield tag="500" ind1=" " ind2=" "><subfield code="a">Paralleltitel: Woman's day</subfield></datafield><datafield tag="500" ind1=" " ind2=" "><subfield code="a">Orig.: Österreich 2008</subfield></datafield><datafield tag="520" ind1="3" ind2=" "><subfield code="a">Gleich am Beginn stößt man auf einen Grenzstein, das Relikt aus einer vergangenen Zeit, geformt aus fast unzerstörbarem Granit. Mitten in einem Wald, der im Zwielicht idyllisch erscheint, markiert er den Verlauf einer ansonsten unsichtbaren Trennlinie. Da liegt Bayern, dort Tschechien. Johannes Holzhausens Film Frauentag ist eine dokumentarische Miniatur, die von diesem Ort ausgeht, um die Verwerfungen der Geschichte an Familien- und Lebenszusammenhängen zu verdeutlichen. Ein geifernder alter Mann. Eine von ihrem Geliebten jäh getrennte Frau. Ein Sohn, der zehn Jahre im Untergrund verschwindet. Das sind die Protagonisten einer Anordnung, in der es um Grenzen geht, die noch dann wirksam sind, wenn sie schon gar nicht mehr gelten so unverrückbar, als wären sie eben aus Granit. Vor allem der alte Wenzel hat seine Ressentiments gegenüber den Tschechen nie abgelegt. Er kommt aus dem gleichen Dorf wie Emma, das nach dem Krieg in deutsches Gebiet verlegt werden musste. Sein Nationalstolz ist das Symptom einer verletzten Männlichkeit. Emma, die Frau, in die er einst verliebt war, entschied sich für einen von drüben, für einen Tschechen. Holzhausen legt Perspektiven auf eine Konstellation frei, in der die Historie die Züge eines Dramas bekommt. Jeder Abschnitt korrigiert das Gesamtbild. Emmas Erinnerungen kennen zum Beispiel keine verbotene Liebe. Sie hat sich über die politische Lage reinen Herzens hinweggesetzt. Für Wenzel dagegen ist die Geschichte eine immer währende Gegenwart. Jeden 15. August, zum Frauentag, belästigt er Emma mit seinen Anrufen. Sohn Herbert, Wehrdienstverweigerer, muss mit Dokumenten einer untergegangenen Ära schließlich beweisen, dass er Deutscher ist. Ironisch wird die Geschichte erst, wenn sie sich wiederholt. [Austrian independent film and video database]</subfield></datafield><datafield tag="546" ind1=" " ind2=" "><subfield code="a">Dt.</subfield></datafield><datafield tag="700" ind1="1" ind2=" "><subfield code="a">Holzhausen, Johannes</subfield><subfield code="d">1960-</subfield><subfield code="e">Sonstige</subfield><subfield code="0">(DE-588)1011765101</subfield><subfield code="4">oth</subfield></datafield><datafield tag="700" ind1="1" ind2=" "><subfield code="a">Burger, Joerg Th.</subfield><subfield code="d">1961-</subfield><subfield code="0">(DE-588)115678972</subfield><subfield code="4">cng</subfield></datafield><datafield tag="700" ind1="1" ind2=" "><subfield code="a">Wimmer, Helmut</subfield><subfield code="d">1956-</subfield><subfield code="0">(DE-588)137718527</subfield><subfield code="4">cng</subfield></datafield><datafield tag="773" ind1="0" ind2="8"><subfield code="t">VISIONary</subfield><subfield code="d">Wien, 2009</subfield><subfield code="k">Index / DVD Edition ; 034</subfield><subfield code="w">(DE-604)BV036456870</subfield></datafield><datafield tag="999" ind1=" " ind2=" "><subfield code="a">oai:aleph.bib-bvb.de:BVB01-022549346</subfield></datafield></record></collection> |
id | DE-604.BV037396559 |
illustrated | Not Illustrated |
indexdate | 2024-07-09T23:23:25Z |
institution | BVB |
language | German |
oai_aleph_id | oai:aleph.bib-bvb.de:BVB01-022549346 |
oclc_num | 918304569 |
open_access_boolean | |
owner | DE-B170 DE-M472 |
owner_facet | DE-B170 DE-M472 |
publishDateSearch | 2009 |
publishDateSort | 2009 |
record_format | marc |
spelling | Frauentag Johannes Holzhausen tdi rdacontent v rdamedia vd rdacarrier 35 Min. - Farb. - Stereo. - Bildformat 16:9 Paralleltitel: Woman's day Orig.: Österreich 2008 Gleich am Beginn stößt man auf einen Grenzstein, das Relikt aus einer vergangenen Zeit, geformt aus fast unzerstörbarem Granit. Mitten in einem Wald, der im Zwielicht idyllisch erscheint, markiert er den Verlauf einer ansonsten unsichtbaren Trennlinie. Da liegt Bayern, dort Tschechien. Johannes Holzhausens Film Frauentag ist eine dokumentarische Miniatur, die von diesem Ort ausgeht, um die Verwerfungen der Geschichte an Familien- und Lebenszusammenhängen zu verdeutlichen. Ein geifernder alter Mann. Eine von ihrem Geliebten jäh getrennte Frau. Ein Sohn, der zehn Jahre im Untergrund verschwindet. Das sind die Protagonisten einer Anordnung, in der es um Grenzen geht, die noch dann wirksam sind, wenn sie schon gar nicht mehr gelten so unverrückbar, als wären sie eben aus Granit. Vor allem der alte Wenzel hat seine Ressentiments gegenüber den Tschechen nie abgelegt. Er kommt aus dem gleichen Dorf wie Emma, das nach dem Krieg in deutsches Gebiet verlegt werden musste. Sein Nationalstolz ist das Symptom einer verletzten Männlichkeit. Emma, die Frau, in die er einst verliebt war, entschied sich für einen von drüben, für einen Tschechen. Holzhausen legt Perspektiven auf eine Konstellation frei, in der die Historie die Züge eines Dramas bekommt. Jeder Abschnitt korrigiert das Gesamtbild. Emmas Erinnerungen kennen zum Beispiel keine verbotene Liebe. Sie hat sich über die politische Lage reinen Herzens hinweggesetzt. Für Wenzel dagegen ist die Geschichte eine immer währende Gegenwart. Jeden 15. August, zum Frauentag, belästigt er Emma mit seinen Anrufen. Sohn Herbert, Wehrdienstverweigerer, muss mit Dokumenten einer untergegangenen Ära schließlich beweisen, dass er Deutscher ist. Ironisch wird die Geschichte erst, wenn sie sich wiederholt. [Austrian independent film and video database] Dt. Holzhausen, Johannes 1960- Sonstige (DE-588)1011765101 oth Burger, Joerg Th. 1961- (DE-588)115678972 cng Wimmer, Helmut 1956- (DE-588)137718527 cng VISIONary Wien, 2009 Index / DVD Edition ; 034 (DE-604)BV036456870 |
spellingShingle | Frauentag |
title | Frauentag |
title_auth | Frauentag |
title_exact_search | Frauentag |
title_full | Frauentag Johannes Holzhausen |
title_fullStr | Frauentag Johannes Holzhausen |
title_full_unstemmed | Frauentag Johannes Holzhausen |
title_short | Frauentag |
title_sort | frauentag |
work_keys_str_mv | AT holzhausenjohannes frauentag AT burgerjoergth frauentag AT wimmerhelmut frauentag |