"Hör auf mit der Goethe-Nummer, pfeif drauf und lass einfach die Wolken ziehn.": Feridun Zaimoglus Briefroman Liebesmale, scharlachrot als moderne Wertheriade?

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Briefroman Liebesmale, scharlachrot des deutschen Schriftstellers Feridun Zaimoglu. Ausgehend von Besprechungen in diversen deutschen Printmedien, die den Umstand konstatierten, dass es sich bei diesem Roman um eine Wertheriade handle, geht diese Arbei...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Schodl, Barbara (VerfasserIn)
Format: Abschlussarbeit Buch
Sprache:German
Veröffentlicht: 2009
Schlagworte:
Online-Zugang:kostenfrei
Zusammenfassung:Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Briefroman Liebesmale, scharlachrot des deutschen Schriftstellers Feridun Zaimoglu. Ausgehend von Besprechungen in diversen deutschen Printmedien, die den Umstand konstatierten, dass es sich bei diesem Roman um eine Wertheriade handle, geht diese Arbeit der Frage nach, inwiefern Zaimoglus Text tatsächlich ein Werk ist, das Johann Wolfgang Goethes Roman Die Leiden des jungen Werthers zum Vorbild hat. Dies hat zur Folge, dass neben einer Biografie, einem Werkverzeichnis und einer Zusammenfassung der bislang erfolgten wissenschaftlichen Bearbeitung der Texte Zaimoglus auch eine Übersicht über die zur Anwendung kommenden Kriterien, die für einen Werther-Roman wesentlich sind, abgefasst wurde. Zudem findet sich in der Arbeit auch eine Zusammenstellung jener Rezensionen der wichtigsten deutschsprachigen Printmedien, welche die Dichtung Liebesmale, scharlachrot zum Inhalt haben. Die Textanalyse des Briefromans Liebesmale, scharlachrot zeigt, dass trotz einiger massiver Abweichungen in der Gestaltung des Werkes im Vergleich zu Goethes Die Leiden des jungen Werthers eine Wertheriade vorliegt, wenngleich bemerkt werden muss, dass es sich hier um eine Parodie auf Goethes Dichtung handelt. Zwei der wesentlichsten Unterschiede sind einerseits die Tatsache, dass der Held des Textes nicht ums Leben kommt, und andererseits, dass sich die Leiden der beiden Protagonisten eklatant voneinander unterscheiden: Während Goethes Held Werther seelisch leidet, handelt es sich bei Serdars Potenzstörung um ein körperliches Leiden. Feridun Zaimoglus Werke wurden bislang lediglich in Hinblick auf seine Einordnung in die Migrantenliteratur untersucht. Die Arbeit versteht sich auch als Beitrag, den Dichter durch die Verknüpfung mit Goethes Roman als Schriftsteller der deutschen Literatur wahrzunehmen, und die Subsumierung von LiteratInnen mit Migrationshintergrund unter dem Begriff Migrantenliteratur generell kritisch zu hinterfragen.
Beschreibung:133 S.

Es ist kein Print-Exemplar vorhanden.

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